Weihnachten nähert sich unaufhaltsam und so schön langsam, mit den ersten Christkindlständen und den nach und nach weihnachtlich verzierten Häusern in meiner Wohngegend, kommt dieses beruhigende, besinnliche Weihnachtsgefühl in mir auf. Okay, ein bisschen Schnee fehlt da schon noch, ist noch alles grün, nicht nur hinter den Ohren, aber kommt schon noch alles zu seiner Zeit!
Leider merkt man in der Arbeit recht wenig vom Weihnachtsfrieden, die Zeiten, in denen man früher die Stockwerke schön schmückte sind leider vorbei, heutzutage ist das Schmücken der Stufen nicht mehr erwünscht bzw. leistbar. Und wenn einer das macht, heißt es sofort: „Haben wir nix zu arbeiten oder was?“
Schade eigentlich, aber in dieser schnelllebigen Zeit, in der wir nun leben, bin ich mir sicher, dass es einige kaum erwarten können, bis Weihnachten vorüber ist und der Arbeitsalltag ungestört weiter gehen kann, weil Zeit ist Geld, Mammon, Money, Monetas.
Von mir aus könnte Weihnachten ein paar Wochen andauern, damit hätte ich kein Problem, denn in dieser Zeit kann man sich endlich mal entspannen und seine Gedanken wieder sortieren. Doch aus den langen Weihnachtsferien wie früher ist in den meisten Filialen bzw. Arbeitsstätten nur mehr ein kleiner Kurzurlaub geworden, in Zeiten wie diesen ist es wirtschaftlich nicht mehr rentabel, wenn man länger als zwei Wochen die Geschäfte auf Eis legt.
Der traditionelle Weihnachtseinkauf startet offiziell mit dem Beginn des Monats Dezember, doch im Prinzip begegnet man schon im späten Herbst den ersten Weihnachtsschmankerln. Es ist also keine Überraschung mehr, wenn man im späten Oktober schon die ersten Weihnachtsartikel kaufen kann.
Wir sparen generell viel zusammen, doch gerade zu Weihnachten sitzt die Brieftasche viel lockerer als sonst. Manchmal stelle ich mir
schon die Frage, warum wir zig Millionen in das Weihnachtsgeschäft investieren, aber davon sich kein einziger Euro für die Dritte Welt ausgeht. Klingt jetzt hart, aber lieber kaufen sich die Leute teure Spielkonsolen und zig andere Sachen um hunderte von Euro, aber so ein bis zwei Euro an die Bedürftigen ist dann nicht mehr drinnen. „Kein Geld mehr“ – heißt das offizielle Statement.
Das betrifft ehrlich gesagt auch mich. Ich habe bereits jetzt schon alle Weihnachtsgeschenke eingekauft, doch von dem vielen Geld, dass ich für die Geschenke ausgegeben habe, landete nur ein minimaler Teil an Licht ins Dunkel, und das war beim Kauf einer Kerze, umgerechnet gerade einmal 50 Cent.
In Österreich haben wir noch das Glück, dass wir viele Menschen mit Herz in unserer Mitte haben, die immer bereit sind zu spenden. Egal, ob es nun bald weihnachtet, der Osterhase vor der Türe steht oder Freund Nikolaus seine Mandarinen an die Kinder verteilt.
Das Leben schätzen und dankbar sein. Das wäre das größte Weihnachtsgeschenk für alle Menschen. Denn viele können das nicht mehr und leben nur im Hier und Jetzt und verbeißen sich in ihre Arbeit.
Freuen wir uns trotzdem auf kommende Weihnachten, und ich persönlich wünsche mir ein kleines Weihnachtswunder, dass der Sänger George Michael rasch gesund wird und vor dem großen Feste zu seiner Familie reisen kann und mit ihr und seinen Freunden ein frohes Fest genießen kann.
Denn wenn wir Österreicher den guten Mann nicht fit bekommen, lassen uns die Briten nie wieder „Wham“ im Radio spielen!

Letzte Kommentare